TOMMI Deutscher Kindersoftwarepreis 2020

NEU: TOMMI Förderpreis Kindergarten

Kinder wachsen von Geburt an mit digitalen Medien heran. Das Smartphone der Eltern ist schon für Einjährige ein Alltagsgegenstand. Kinder sind von digitalen Medien fasziniert, denn bewegte Bilder und Musik wecken ihre Neugier auf natürliche Art und Weise. Wie schaffen wir es aber, schon Familien mit kleinen Kindern einen reflektiert verantwortlichen Umgang mit digitalen Medien näherzubringen und Kinder von Medienkonsumenten zu digitalen Tüftlern und Gestaltern zu machen? Um das herauszufinden wurde der Förderpreis Kindergarten & Vorschule im Rahmen des Deutschen Kindersoftwarepreis TOMMI ins Leben gerufen.

Gesucht: Gute Digitalkonzepte für den Kindergarten

Der Deutsche Kindersoftwarepreis TOMMI findet 2020 zum 19. Mal statt. Während sonst digitale Spiele ausgezeichnet werden, gibt es in diesem Jahr ein Novum:

Die Kategorie Sonderpreis Kindergarten & Vorschule wird um eine wichtige Auszeichnung für gute Digitalkonzepte in Kindergärten erweitert: In Zusammenarbeit mit der Auerbach Stiftung und dem Medienpädagogen Prof. Dr. Stefan Aufenanger von der Universität Mainz, werden erprobte und praxistaugliche Konzepte zum Einsatz digitaler Medien in Kitas gesucht, die vorbildhaft anderen Einrichtungen nutzen können.

Die drei Gewinner erhalten für ihre Einrichtung einen insgesamt mit 1500 Euro dotierten Geldpreis.
Die Preisverleihung erfolgt am 16. Oktober.


Wie kann ich mich bewerben?

Bitte füllen Sie das nachfolgende Formblatt aus und senden es an die unten stehenden Kontaktdaten zurück.

Teilnahmeberechtigt sind Kindertagesstätten aus Deutschland, Österreich und Schweiz. Einsendeschluss ist der 10.09.2020.

Anmeldebogen für Kitas herunterladen
Vater am Handy

Jury TOMMI Förderpreis Kindergarten

  • Vorsitz: Prof. Dr. Stefan Aufenanger - AG Medienpädagogik, Johannes Gutenberg - Universität, Mainz
  • Thomas Feibel, FEIBEL.DE - Büro für Kindermedien
  • Ronald Gohr, Stadt- und Landesbibliothek Potsdam, dbv-Kommission Kinder- und Jugendbibliotheken
  • Ina Hägerbäumer, Caritasverband Frankfurt e.V., Fachberatung Kindertagesstätten
  • Steffen Heil,  Geschäftsführer Auerbach Stiftung
  • Prof. Dr. Friederike Siller - Institut für Medienforschung und Medienpädagogik, Technische Hochschule Köln
  • Viola Völtz, Erzieherin, Kinderladen Prinz Güntzel, Berlin

Kontakt

Thomas Feibel/ FEIBEL.DE- Büro für Kindermedien, Berlin
Jenaerstr. 15
10717 Berlin
Tel: 030 85733030

tom@feibel.de
www.kindersoftwarepreis.de

Was ist der Deutsche Kindersoftwarepreis?
Der Deutsche Kindersoftwarepreis TOMMI zeichnet sei 2002 gute digitale Spiele für Kinder aus. Nachdem eine Jury aus Fachjournalisten, Wissenschaftlern und Pädagogen die Nominierungen auswählt, entscheidet eine Kinderjury über die Sieger. 2019 waren über 3000 Mädchen und Jungen in Öffentlichen Bibliotheken beteiligt. Der Preis wird FEIBEL.DE, dem Büro für Kindermedien in Berlin, herausgegeben. Partner des TOMMI sind die Auerbach Stiftung, der Deutsche Bibliotheksverband, das ZDF, Deutschlandfunk Kultur, die Frankfurter Buchmesse, Mobilsicher.de, jugendschutz.net, Google und Partner & Söhne und Familie & Co.

Digitale Kitas mit Vorbildfunktion

Interview mit dem Medienpädagogen Prof. Dr. Stefan Aufenanger, Uni Mainz

Warum gibt es diese neue Ergänzung zum erweiterten Preis für gute digitale Konzepte im Kindergarten?
Wir verstehen die Kita als einen zentralen Bildungsort im Bildungssystem, um dort auch jungen Kindern schon die notwendigen Kompetenzen für eine durch digitale Medien geprägte Gesellschaft zu vermitteln. Viele Kitas machen sich heute schon auf den Weg. Sie bieten Kindern Medienbildung an, befähigen sie dazu mit Medien kompetent und selbstbestimmt umzugehen und setzen verstärkt digitale Medien in ihrer pädagogischen Arbeit ein. Der neue „TOMMI Förderpreis Kindergarten“ möchte diese Kitas dabei bestärken und die medienpädagogische Arbeit mit einem Preisgeld unterstützen. Uns ist es dabei wichtig, dass die prämierten Konzepte anderen Kitas, die neu in diesem Feld unterwegs sind, als Vorbild dienen.

Prof. Dr. Stefan Aufenanger Porträt
Prof. Dr. Stefan Aufenanger, Uni Mainz

Warum sollten Kindergartenkinder erste Erfahrungen mit digitalen Medien machen? Was ist das richtige Alter dafür?
Es gibt zwei Argumente, die für den Einsatz und die Thematisierung digitaler Medien schon in Kitas sprechen: Zum einen machen nahezu alle Kinder bereits im Kindergartenalter eigene Erfahrungen beim Umgang mit Smartphones und Tablets. Wir Erwachsenen sind dabei aber nicht immer gute Vorbilder. Kitas können und sollten hier einen Ausgleich anbieten und durch entsprechende pädagogische Angebote Kindern den gesunden und kreativen Umgang mit digitalen Medien aufzeigen. Zum Beispiel durch das Angebot von pädagogisch wertvollen Anwendungen und dem inhaltlichen Austausch von Umgangsregeln mit digitalen Medien. Aber auch die kreative Nutzung kann schon in der Kita eine Rolle spielen, denn die richtige Technik bietet viele interessante Potenziale, die die Lern- und Erfahrungsräume von Kindern erweitern. Warum sollten Kinder nicht davon profitieren? Welches Alter für all diese Aktivitäten angemessen ist, müssen Erzieherinnen auf der Grundlage ihres pädagogischen Konzepts und ihrer professionellen Einstellung entscheiden. Es spricht meiner Meinung nach nichts dagegen, dies alles im Alter ab drei Jahren schon zu beginnen, sofern es pädagogisch begleitet wird.

Junge Kinder müssen viele verschiedene Kompetenzen erlernen. Wie häufig sollten digitale Medien eingesetzt werden?
Aus der Sicht der Medienbildung lassen sich unterschiedlichste Kompetenzen fördern. Die pädagogische Arbeit in Kitas kann gut aufgeteilt werden, so dass die Kinder noch genügend Freiräume für andere Aktivitäten haben. Erfahrungen zeigen, dass Einrichtungen mit entweder einem Medienprojekt in einer Woche über z.B. einen gesamten Vormittag oder auch täglich im Umfang von 20-30 Minuten sich sinnvoll in die pädagogischen Angebote integrieren lassen, ohne dass Bedenken aufkommen müssten, die Kinder würden nur noch vor den Bildschirmen sitzen.

Wie verhindere ich eine Überforderung der Kinder?
Man kann recht schnell feststellen, ob Kinder im und für den Umgang mit digitalen Medien überfordert sind. Man merkt dies zum einem daran, dass sie entsprechend viele Fragen stellen, nicht weiterkommen und ungeduldig werden oder sich sogar frustriert oder desinteressiert von den Angeboten abwenden. Dann muss natürlich von den Erzieherinnen das Angebot neu durchdacht und gestaltet werden. Kinder sollten aber auch in einem gesunden Maße gefordert werden, damit sie angeregt werden, sich mit neuen Aspekten und Herausforderungen auseinanderzusetzen und an diesen auch wachsen können.

Sind Erzieherinnen Ihrer Meinung nach gut genug für digitale Medien ausgebildet?
Die Ausbildung von Erzieherinnen hat für Einsatz und Umgang mit digitalen Medien sowie Medienbildung noch nicht die Qualität erreicht, die nötig wäre. Trotzdem machen sich aber viele Einrichtungen und deren pädagogischen Fachkräfte auf den Weg, digitale Medien und dazu gehörige Themen in ihre pädagogische Arbeit aufzunehmen. Sie haben sich dazu meist fortgebildet und qualifiziert. Ihre pädagogische Professionalität befähigt sie aus meiner Sicht zu entscheiden, wann Medienbildung in ihrer Einrichtung sinnvoll angegangen werden soll und wie digitale Medien pädagogisch angemessen eingesetzt werden können. Wir sollten da der pädagogischen Kompetenz von Erzieherinnen vertrauen. In diesem Sinne möchte der Preis ja auch genau diesen Erzieherinnen eine Unterstützung und Anerkennung ihrer Arbeit auszusprechen und sie weiter ermuntern, den gewählten pädagogischen Ansatz in der Arbeit mit digitalen Medien zu bestreiten.

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