Matthias Rode

ZDF - Hauptredaktion Kinder und Jugend
Matthias Rode Porträt

"Ein Spiel muss nicht einfach sein, aber intuitiv zu nutzen sein. Es muss den Spielerinnen und Spielern die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln und zu verbessern. Mich faszinieren Spiele, die sich meinem Können anpassen und mich immer neu herausfordern."

Ihr erstes Computerspiel?

Schon mit sieben Jahren habe ich einen Commodore 64 mit Floppy Disk bekommen. Auf dem Pausenhof haben wir später Disketten getauscht, um am Nachmittag neue Spiele zu testen. Nur ein Spiel habe ich selbst nie verliehen: „Summer Games“. Eine Sportsimulation und mein erstes Computerspiel. Ich habe es sehr gehütet.

Wie war Ihr Eindruck? Wie hat Sie das geprägt?

Computer zu spielen, war ein Ereignis. Der C64 stand in der „guten Stube“ und das Spielen wurde in der Familie zelebriert. Bevor ich einen Monitor bekam, wurde der Computer an den Röhrenfernseher angeschlossen. Zum Starten eines Spiels musste ich lange Befehlsketten eingeben … und viel Geduld mitbringen, bis das Spiel endlich geladen war.

Vielleicht hat mich das bis heute geprägt: Spielen ist was Besonderes. Echte Premiumzeit, die man auskosten sollte.

Welchen Anteil nehmen Computer- und Konsolenspiele heute in Ihrem Leben ein?

Nachdem ich in meiner Jugend sehr extensiv gezockt habe, meistens mit Freunden, gab es danach einige Jahre, in denen ich so gut wie gar nicht mehr gespielt habe. Vor einigen Jahren habe ich das Spielen über die Konsole für mich neu entdeckt. Inzwischen spiele ich regelmäßig abends zum Entspannen: oft Fifa, zwischendurch aber auch mal ein Adventure und gelegentlich ein Spiel auf dem Smartphone.

Über meine Tochter bekomme ich nun auch einen ganz neuen Blick auf Spielesoftware. Wir tanzen zusammen zu „Just Dance“ (wobei ich allerdings chancenlos bin) oder versuchen gemeinsam bei „LEGO – Harry Potter“ die Rätsel zu knacken.

Worin besteht zum einen Ihrer Meinung nach die Faszination, zum anderen die Qualität eines Spiels?

Ein Spiel muss nicht einfach sein, aber intuitiv zu nutzen sein. Es muss der Spielerin oder dem Spieler die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln und zu verbessern. Mich faszinieren Spiele, die sich meinem Können anpassen und mich immer neu herausfordern. Das gilt für den epischen Shooter ebenso wie für ein „einfaches“ Smartphone-Spiel.

Mit Blick auf Qualität, schätze ich Spiele mit einer klar erkennbaren Idee, durchdachten User-Stories und gut strukturierter Navigation, die den Neueinsteiger an die Hand nehmen und den erfahrenen Spieler schnell einsteigen lassen.

Was möchten Sie Eltern zu diesem Thema auf den Weg geben?

Vor einiger Zeit habe ich einen Grundschüler beobachtet, der sich innerhalb kurzer Zeit ein recht komplexes Autorennen-Spiel selbst beigebracht hat. Einige Tage später hatte ich im Duell schon keine Chance mehr. Man darf Kinder auch mal loben, wenn sie sich durch Spiele kämpfen. Oft beweisen sie dabei viel Ehrgeiz und Frustrationstoleranz. Sie denken sich in Spielelogiken ein und legen häufig eine erstaunliche Geschicklichkeit an den Tag.

Besser noch: Zusammen spielen! Im gemeinsamen Spiel auf Augenhöhe kann ein echt schönes Gemeinschaftserlebnis entstehen, wenn man sich nur darauf einlässt.

Was raten Sie Kindern in Umgang mit Games?

Kindern sollten mit ihren Eltern über ihre Lieblingsspiele sprechen. Was fasziniert sie an den Spielen, welche Skills haben sie im Spiel erworben und welchen Level erreicht? Sie sollten ihre Eltern immer wieder auffordern mitzuspielen und dabei selbst geduldig bleiben. Auch wenn es bei den Eltern am Anfang noch nicht so recht klappen will.

Welches Spiel müsste noch erfunden werden?

Ich träume von Spielen, die in Echtzeit mit der realen Welt interagieren, vielleicht sogar über weite Distanzen. Zum Beispiel würde ich sehr gerne mit Fahrzeugen im Mini-Format (Autos, Boote und Drohnen) aus dem Wohnzimmer heraus fremde Regionen erkunden, die ich selbst nicht bereisen kann.