Die Preisträger 2006

Kein Kindersoftwarepreis ohne Kinder
Das Rätselraten hat ein Ende: Zehn Mädchen und Jungen zwischen sechs und 13 Jahren waren in den letzten Wochen ebenso ernsthaft wie emsig dabei, die zehn Nominierungen für den Deutschen Kindersoftwarepreis genau unter die Lupe zu nehmen. Über 500 Kinder hatten sich nach dem Fernseh- und Onlineaufruf des Medienpartners ZDF tivi seitenlang mit fundiertem Wissen und hervorragenden Argumenten um einen Platz in der TOMMI-Jury beworben. Ging schon die prominente Fachjury für die Auswahl der Nominierungen mit den Produkten streng ins Gericht, kann auch den Kindern eine große Ernsthaftigkeit bei ihrer "Ermittlertätigkeit" attestiert werden. Spiel- und Freizeitspaß alleine reichten für ihre Entscheidungen nicht aus: Es ging ihnen auch um Lerneffekte, Benutzerfreundlichkeit und Wiederspielwert. So prüften sie neben diversen Simulations- und Strategiespielen auch Adventures und Lernspiele. Dabei wurden die nominierten Spiele nicht untereinander verglichen, sondern jeweils an ihrem eigenen Anspruch gemessen.

Nun geben die Initiatoren des Kindersoftwarepreises, die Zeitschrift für Eltern und Kinder spielen und lernen und das Berliner Büro für Kindermedien FEIBEL.DE, die drei Gewinner bekannt, die die Kinderjury mit großer Treffsicherheit ausgewählt hat.

Der Preis wird unterstützt vom Deutschen Kinderhilfswerk und T-Online.

Die Gewinner des TOMMI 2006

PLATZ 1: Meine Tierklinik

Dank dieses vielseitigen und anspruchsvollen Simulationsspiels ist der Beruf des Tierarztes nicht mehr länger ein Traum, sondern aktiv spiel- und erfahrbar. Es wird untersucht, verarztet, gehegt und gepflegt, aber auch viel gelernt. Mit dem verdienten Honorar wächst die Tierklinik immer weiter. Informativ, spannend, unterhaltend und sehr vielseitig. Nicht nur für Mädchen.

Das sagt die Kinderjury: "Meine Tierklinik" ist ein Spiel, das wir am liebsten nicht mehr ausgeschaltet hätten. Je besser wir uns um die Tiere kümmern, desto schneller werden sie gesund, und unser Ruf als Tierärztin verbessert sich. Es macht Spaß, von dem verdienten Geld neue Dinge wie Instrumente oder Bücher zu kaufen. Diese Anschaffungen lohnen sich, weil dann zum Beispiel die Untersuchungen viel genauer werden. Am Anfang kamen nur Kaninchen in die Praxis. Später kommen aber auch Katzen, Hunde und Schweine. Spielerisch wird uns der Umgang mit Tieren beigebracht, aber auch, wie wir Verantwortung übernehmen. Wir haben dann manchmal viel zu tun, dürfen aber das Geld, das Essen und Schlafen nicht vergessen. Wie im wirklichen Leben auch. Darum hat das Spiel den TOMMI verdient.

PLATZ 2: Geheimakte Tunguska

Mit "Geheimakte Tunguska" wird das klassische Adventure noch einmal zu echtem Leben erweckt. In einer spannenden und atmosphärisch dichten Krimihandlung kommt es auf jedes Detail an. Die Spieler sammeln Indizien und jede Menge Gegenstände ein, die sich später im weiteren Verlauf verwenden lassen. Ein wunderbares Spiel für lange Winterabende.

Das sagt die Kinderjury: "Geheimakte Tunguska" hat unserer Meinung nach den TOMMI verdient, weil es eine gute und spannende Geschichte hat, in der wir herumspazieren können. Wer den Fall lösen will, muss nicht nur klicken, sondern auch viel überlegen. Neben den Aufgaben und Rätseln gibt es auch tolle Filmsequenzen und immer wieder neue Orte, zum Beispiel Berlin oder Moskau. Besonders gut fanden wir, dass dieses Adventure nicht zu schwer und nicht zu leicht, aber immer knifflig war. Die Handlung ist von Anfang an genau durchdacht, logisch und zusammenhängend. Gerade das macht "Geheimakte Tunguska" so spannend.

PLATZ 3: Englisch mit Hexe Huckla

150 Jahre Langenscheidt - und nun das: eine witzige, spritzige, unterhaltsame und lehrreiche Lernsoftware, die den Kindern spielerisch die englische Sprache nahe bringt. Mit der "Hexe Huckla" wurden ein wunderbarer Charakter und eine spannende Geschichte geschaffen, die Jungen und Mädchen gleichermaßen faszinieren.

Das sagt die Kinderjury: "Englisch mit Hexe Huckla" hat den TOMMI verdient, weil so Englischlernen wirklich Spaß macht. Es waren Schnelligkeits-, Merk-, Lern- und Geschicklichkeitsspiele dabei. Die einzelnen Spiele sind lustig und Englisch lernen wir ganz nebenbei. Fast wie von selbst. Hexerei!!! Gut finden wir, dass der Rabe von Hexe Huckla fast alles, was auf Englisch gesprochen wird, auch übersetzt. Auch im eingebauten Wörterbuch können wir einen unverständlichen Begriff nachschlagen. Mit angeschlossenem Mikrofon können viele Aufgaben auch durch Englischsprechen gelöst werden. Gut fanden wir auch, dass es ein Elternmenü gibt, sodass die Eltern auch Bescheid wissen. Wenn der Englischunterricht in der Schule auch so lustig wäre, würden wir Englisch viel leichter lernen.

Sonderpreis Kindergarten & Vorschule

Erstmals wird in diesem Jahr auch ein Sonderpreis für Kindergarten & Vorschule vergeben. Der renommierte Medienpädagoge und wissenschaftliche Direktor der Stiftung Lesen, Prof. Stefan Aufenanger, wählte gemeinsam mit seinen Studenten unter den Einreichungen drei Nominierte aus. Auch hier hatten Kindergartenkinder und Vorschüler der Städtischen Kindertagesstätte auf dem Universitätsgelände Mainz im Alter zwischen vier und fünf Jahren das letzte Wort. Die Stiftung Lesen ist in diesem Jahr neuer Partner des Deutschen Kindersoftwarepreises TOMMI.

Der Gewinner des Sonderpreises für Kindergarten & Vorschule

Sonderpreis: Max fährt Bus, Bahn und Schiff

"Max fährt Bus, Bahn und Schiff" ist ein Abenteuerspiel für die Kleinen, die aber schon etwas rechnen können müssen. Mit Max ist das ein Kinderspiel. Ein sehr abwechslungsreiches und herausforderndes Programm, das Aufmerksamkeit und Gedächtnis verlangt. Die Navigation ist kindgerecht und verständlich.

Das sagen die Medienpädagogen: "Ein kaputtes Leuchtturmlicht und ein kranker Leuchtturmwärter - jetzt sind Max und die Spieler gefragt! Auf spielerische Weise wird Kindern in diesem Programm alles vermittelt, was sie wissen und können müssen, wenn sie Bus, Bahn und Schiff fahren. Damit sind die ersten Grundlagen zur Verkehrserziehung gelegt, und zugleich haben die Kinder gelernt, selbstständige Entscheidungen zu treffen. Eine gelungene Verbindung von Lernen mit Spielen, an dem die Kinder viel Spaß haben."