Die Preisträger 2003
In Maya-Tempeln herumstöbern, Städte bauen oder Fische aus einem Aquarium retten: Die Kinderjury hat die zehn nominierten Programme des TOMMI, des deutschen Kindersoftwarepreises 2003, genau unter die Lupe genommen und ihr Urteil gefällt. Dabei haben es sich die zehn Kinder, die nach einem Aufruf von ZDF tivi unter mehr als 800 Bewerbern ausgewählt wurden, nicht einfach gemacht. Alle haben zu ihrer Bewertung eine ausführliche Begründung verfasst, die selbst bei schwierigen Spielen ihren Eifer, ihren Fleiß und ihre Beharrlichkeit unter Beweis stellt. Das Ergebnis ist denkbar knapp ausgefallen. Dies spricht auch für die hohe Qualität aller CD-ROMs, die von Fachjournalisten und Pädagogen für den diesjährigen TOMMI nominiert wurden.
spielen und lernen - Die Zeitschrift für Eltern und Kinder und FEIBEL.DE, Büro für Kindermedien (Berlin), freuen sich und sind stolz, dass sie mit so kompetenten und anspruchsvollen Kindern und Fachleuten zusammenarbeiten durften. Unterstützt wird die Kinderjury vom Deutschen Kinderhilfswerk, Berlin. Jetzt stehen die drei Gewinner des TOMMI 2003 fest.
Die Gewinner des TOMMI 2003

PLATZ 1: Der Zahlenteufel
Der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger schrieb das "Der Zahlenteufel" als "Kopfkissenbuch für alle, die Angst vor Mathematik haben". Der rechentechnisch eher unbegabte Robert erhält nachts Besuch vom Zahlenteufel. In jeder der insgesamt zehn Nächte unterhalten sich die beiden lange über ein bestimmtes mathematisches Problem, zum Beispiel über die Primzahlen. Was ist denn das eigentlich und woran erkennen wir Primzahlen? Jede Einheit besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Besonders schön an dem Programm ist, dass es nicht so sehr darum geht, möglichst viele Aufgaben zu lösen, sondern die Grundlagen zu begreifen und Regeln zu formulieren.
Das sagt die Kinderjury: Beim "Zahlenteufel" wird der Spieler in die Geschichte einfach hineingezogen und vergisst dabei fast, dass es um Mathematik geht. Mathe wird hier verblüffend leicht erklärt. Wir waren ziemlich überrascht, dass der Teufel so manche mathematische Nuss verständlich erklären konnte. Gut fanden wir auch, dass man sich aussuchen kann, ob der Spieler selbst rechnet oder Robert rechnen lässt. Nach jedem Thema gibt es ein Spiel: Das macht viel Spaß und man kann sich selbst kontrollieren. Durch die Spiele prägt man sich die Rechenkombinationen besser ein. Selbst, wenn man nicht alle Aufgaben beherrscht, kann man weiterspielen. Das Lexikon erklärt alles noch einmal kurz und trotzdem genau. Wir werden es sicher für Mathe noch mal gebrauchen können oder einfach nur so spielen. Der Witz, der vom Zahlenteufel ausgeht, macht das Lernen viel interessanter als bei so manchem Mathelehrer in der Schule.

PLATZ 2: Sim City 4
"Sim City" ist der Klassiker unter den Strategiespielen. Auch im vierten Teil schlüpfen die Spieler in die Rolle eines Bürgermeisters, ziehen ihre eigene Stadt hoch und lernen mithilfe von Beratern sehr viel über kausale Zusammenhänge in ihrer Stadt. So schaffen sie nicht nur eine gewerbliche Infrastruktur, auch soziale Komponenten kommen zum Tragen: Gibt es genügend Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser, ziehen die Bewohner gerne in ihre Häuser und finden sie alle einen Job? Auch Probleme gibt es: Verseucht eine Giftmülldeponie die Luft, suchen Vulkanausbrüche die Stadt heim und sind die Steuern so hoch, dass die Sims unzufrieden abwandern? Die jungen Bürgermeister haben jedenfalls alle Hände voll zu tun.
Das sagt die Kinderjury: Bei "Sim City" bekommt man Spielspaß, Strategie und Spannung. Es ist lustig und schwierig zugleich, eine Stadt zu bauen, die allen Wünschen ihrer Bürger entspricht. Im Gegensatz zu den anderen Spielen ist nicht alles vorgegeben. "Sim City" kann man immer wieder spielen, weil jedes Mal eine andere Stadt entsteht. Und weil es so vielseitig ist, wird das Spiel auch nicht so schnell langweilig. Besonders toll: Der Umfang ist so riesig, dass es nie ein Ende gibt. Mit diesem Spiel kann man sehr lange und auch mit Freunden spielen.

PLATZ 3: Welt der Wunder: Eine Stadt spielt verrückt
In "Welt der Wunder: Eine Stadt spielt verrückt" ist die Bevölkerung vor grünem Schleim geflüchtet, der aus den Leitungen drang. In der Rolle des Agenten Benjy versucht der Spieler nun, in der menschenleeren Stadt diesen Umweltskandal aufzuklären. Benjy muss auf eigene Faust die Stadt erkunden und einzelne Puzzleteile zusammenfügen. Seine einzige Verbindung zur Außenwelt besteht in den sporadischen E-Mails aus der Zentrale der Welt der Wunder oder den Liebeserklärungen von Susi. Und dann gibt es da noch den tragbaren Computer, der ein kleines Wissenslexikon zum Nachschlagen bereithält. Hintergrundinfos liefern auch die Filmsequenzen aus der Fernsehserie "Welt der Wunder". Da erfährt der Spieler Erstaunliches über Müll und was so genannte Müllarchäologen von einem 30 Jahre alten Steak, das auf einer Müllhalde konserviert wurde, ablesen können. Nicht gerade einfach, aber gut.
Das sagt die Kinderjury: "Welt der Wunder: Eine Stadt spielt verrückt" ist ein spannendes Abenteuerspiel, das sehr knifflig ist und viel Geduld braucht. Man muss höllisch gut aufpassen, ein sehr gutes Gedächtnis haben oder sich einfach sehr viel aufschreiben. Manchmal erweist sich das Spiel als ganz schön schwierig. Doch das ändert sich schnell, wenn man einen klaren Kopf bewahrt und logisch handelt. Man findet sich im Spiel sehr gut zurecht und lernt viel. Auch die realistische Grafik gefiel uns gut. Ein Spiel, bei dem die ganze Familie vor dem Computer miträtselt.








